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Motivation
15.01.2019

Ausbildung verkürzen – frustrierte Azubis motivieren

„Und das soll ich alles 3 Jahre lang ertragen?“ Solche Sätze hört man zu Beginn der Ausbildung des Öfteren von Azubis, die sich durch die Ausbildungsinhalte unterfordert fühlen und gelangweilt sind. Aus meiner Sicht ist es dann das Gebot der Stunde, alles dafür zu tun, um die Ausbildungszeit zu verkürzen. Durch eine Komprimierung der Inhalte beugen Sie nämlich Frustration und einer völlig unnötigen Ausbildungskrise vor.

Wenn Sie die Ausbildungszeit nicht bereits vor Ausbildungsbeginn verkürzt haben, beispielsweise weil der Azubi besonders gut qualifiziert ist (Abitur, Berufsgrundbildungsjahr oder Ähnliches), dann können Sie auch ein bereits begonnenes Ausbildungsverhältnis verkürzen.

Nicht zu viel Zeit vergehen lassen

Sprechen Sie mit Ihrem Auszubildenden, bei dem die Ausbildungskrise wegen Unterforderung droht, rechtzeitig über die Möglichkeit einer Verkürzung. Schließlich rücken im Fall einer Verkürzung auch die Prüfungen zeitlich nach vorn – und die wollen bekanntlich vorbereitet sein. Außerdem müssen Sie den Ausbildungsplan so anpassen, dass trotz der Verkürzung alle Ausbildungsinhalte vermittelt werden können. Dafür muss genug Rest-Ausbildungszeit vorhanden sein.

Gesetzliche Grundlage für die Verkürzung der Ausbildung ist § 8 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG). Dort steht sinngemäß:

Auf gemeinsamen Antrag von Auszubildendem und Ausbildungsbetrieb kann die Kammer die Berufsausbildung verkürzen. Voraussetzung ist, dass das Ausbildungsziel auch innerhalb der verkürzten Ausbildungszeit erreichbar ist.

Formales bei der Antragstellung beachten

Bei einer Verkürzung der Ausbildung ist also ein gemeinsamer Antrag erforderlich, während bei einer Verlängerung der Azubi den Antrag allein stellt.

Mein Tipp: Nutzen Sie bzw. Ihr Azubi jeweils das Antragsformular auf Verlängerung oder Verkürzung, das Ihnen Ihre Kammer online zur Verfügung stellt. Das kommt der Arbeitsweise der Kammer entgegen und vermindert den bürokratischen Aufwand.
Autor: Martin Glania

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