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Recruiting
05.06.2018

4 Schritte für ein erfolgreiches Azubi-Recruiting

Immer wieder bleiben zehntausende Ausbildungsstellen unbesetzt.. Doch davon sollen Sie nicht betroffen sein. Wenn Sie Ihr Azubi-Recruiting mit passenden Anforderungsprofilen ankurbeln, wird Ihre Suche erfolgreich verlaufen. Das geht mit folgenden 4 Punkten ganz einfach:

Schritt 1: Anforderungsprofile für Ausbildungsstellen

Sie kennen das: Für die meisten oder gar alle Arbeitsplätze in Ihrem Unternehmen liegen entsprechende Stellenbeschreibungen vor. Auf dieser Basis wurde dann ein Anforderungsprofil entwickelt, durch das genau bekannt ist, welche Eigenschaften und Qualifikationen zur Erfüllung der Stelle notwendig sind. Doch existieren in Ihrem Betrieb auch Anforderungsprofile für Ihre Ausbildungsplätze? Egal, wie Sie diese Frage beantworten: Gibt es bei Ihnen noch keine Anforderungsprofile für Ausbildungsstellen, dann tun Sie das Richtige, wenn Sie diese erstellen. Bestehen bereits welche, prüfen Sie sie einmal auf ihre Aktualität und Richtigkeit. Denn: Nur mit einem richtig gestalteten Anforderungsprofil ist Ihre Azubi-Suche erfolgreich und Fehlbesetzungen sind weitestgehend ausgeschlossen.

Schritt 2: Das gehört in Ihr Anforderungsprofil

Setzen Sie sich zunächst mit den einzelnen Berufsfeldern, für die Sie Auszubildende suchen, intensiv auseinander. Bestimmen Sie die fachlichen Qualifikationen, die für diesen Ausbildungsberuf erforderlich sind. Dazu zählt etwa der erforderliche Schulabschluss. Wichtig dabei: Schätzen Sie notwendige Abschlüsse realistisch ein. Es muss nicht immer ein Abitur sein. Für viele Berufsgruppen – auch kaufmännische Ausbildungsstellen – reicht oftmals die Fachoberschulreife völlig aus. Legen Sie ein Abitur wirklich nur dann als Anforderung fest, wenn dies zwingend für die erfolgreiche Bewältigung der Ausbildung nötig ist.

Bestimmen Sie auch Persönlichkeitseigenschaften für das Anforderungsprofil. Diese können je nach Berufsgruppe sehr unterschiedlich sein. Vergeben Sie Ausbildungsstellen im Einzelhandel, haben Sie höhere Anforderungen an die Kommunikationsfähigkeit als beispielsweise bei IT-Systemkaufleuten.

Bei Letzteren fordern Sie eventuell mehr Analytik.

Nachdem Sie alle Anforderungen festgelegt haben, sollten Sie die einzelnen Eigenschaften gewichten – von 1 (weniger wichtig) bis 5 (sehr wichtig). Was ist Ihnen besonders wichtig, was ggf. weniger? So wissen Sie genau, was Muss- und Kann-Kriterien für den Ausbildungsplatz – angepasst an Ihr Unternehmen – sind.

Schritt 3: Machen Sie sich attraktiv für die Zielgruppe

Es ist besonders wichtig, dass Sie Ihre Zielgruppe genau kennen. Sie sollten sich also im Klaren darüber sein, was angehende Auszubildende von Ihnen als Arbeitgeber erwarten. Nur so können Sie potenzielle Kandidaten erreichen und für sich gewinnen.

Lernen Sie Ihre Zielgruppe daher so gut wie möglich kennen. Ein wesentliches Ergebnis aus verschiedenen Studien zu jungen Generationen: Vielen sind der Spaß und Sinn bei der Arbeit wichtiger als das eigentliche Einkommen. Hier können Sie als Ausbildungsbetrieb punkten. Sorgen Sie für einen gewissen Spaßfaktor in der Ausbildung, den Sie dann nach außen kommunizieren. Sie könnten beispielsweise zufriedene Azubis anderer Ausbildungsjahre dazu ermuntern, sich in sozialen Netzwerken positiv zu äußern. So erfahren auch potenzielle Bewerber von Ihnen.

Eine Untersuchung der IHK Stuttgart unter 1.000 Jugendlichen in der Region zeigt unter anderem:

  • Mehr als die Hälfte aller Jugendlichen legt Wert auf sehr gutes Betriebsklima.
  • Die bedeutendsten Informationsquellen zur beruflichen Orientierung sind Praktika, ebenso wie der Austausch mit Menschen, die den angestrebten Beruf gut kennen.
  • Eine erste Anlaufstelle bietet eine Telefonhotline, denn der direkte Kontakt zum Unternehmen ist für Jugendliche sehr wichtig.
  • Junge Menschen legen ebenfalls Wert auf eine gute Verkehrsanbindung ihres Arbeitgebers und günstige Wohnmöglichkeiten. Mehr als ein Drittel bevorzugt daher einen Unternehmensstandort in der Nähe zum Heimatort.

 

Das bedeutet für Sie:

Suchen Sie nicht überregional nach Azubis, denn die Umzugsbereitschaft von Jugendlichen ist sehr gering. Setzen Sie auf lokale Präsenz. Nehmen Sie Kontakt mit den Schulen in der Umgebung auf. Dort können Sie beispielsweise Plakate aufhängen oder Flyer auslegen. Zudem sprechen Sie mit einem Tag der offenen Tür Kandidaten in der Region gut an. So bekommen Interessierte dabei einen guten Eindruck von Ihrem Betriebsklima. Das wiederum kommt Ihnen zugute: Überzeugte lassen Ihnen direkt die Bewerbung zukommen, wenn Ihr Unternehmen überzeugt hat.

Schritt 4: So optimieren Sie Ihre Suche nach potenziellen Auszubildenden

Die zielgerichtete Suche steht im Mittelpunkt Ihres Recruitings. Gemäß den Studienergebnissen wissen Sie: Jugendliche suchen eher in der Region und legen zudem Wert auf Erstinformationen via Praktika und Telefonhotline. Mit den folgenden Tipps können Sie also auch kurzfristig Bewerbungen für Ihre Ausbildungsplätze erhalten:

 5 Tipps für Ihr regionales Azubi-Marketing 

Tipp

Ihre Aktion

Ihr Vorteil

Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Azubi-Suche auf Ihre Region im Umkreis von 15 km. Machen Sie sich Gedanken, welche Medien in der Region Jugendliche konsumieren. Schalten Sie Anzeigen in den jeweiligen Medien. Platzieren Sie ebenso Sach- oder Fachtexte, die sich an Azubis richten, beispielsweise Bewerbungstipps. Achten Sie auf zielgruppengerechte Ansprache wie Duzen. Sie erreichen potenzielle Bewerber in Ihrer Region, die Ihr Unternehmen ggf. noch nicht kennen.
Erkundigen Sie sich nach Orten, Sportvereinen oder anderen Institutionen, wo sich Ihre Zielgruppe in der Freizeit besonders gerne aufhält. Nehmen Sie Kontakt auf. Legen Sie Flyer aus. Hängen Sie Plakate auf. Bedrucken Sie T-Shirts für eine Sportmannschaft. Sie stärken Ihre Präsenz als Arbeitgeber in der Region.

 

Nehmen Sie Kontakt mit Schulen in der näheren Umgebung auf. Sprechen Sie mit den Verantwortlichen über die jeweiligen Möglichkeiten.

 

Halten Sie Vorträge zu relevanten Themen in der 10. Klasse. Machen Sie Aushänge an Schulen. Darin können Sie z.B. über Ihr umfangreiches Ausbildungsprogramm und über die damit verbundene Berufsperspektive informieren. Sie haben die Zielgruppe vor sich sitzen. Profitieren Sie vom direkten Austausch.

 

Nutzen Sie verstärkt das Modell „Praktikum“, um Azubis zu gewinnen. Bieten Sie in den Herbstferien Praktikumsplätze an. Kommunizieren Sie dies in der Belegschaft, damit sich Ihr Vorhaben schnell herumspricht. Auf diesem Weg geben Sie Jugendlichen Einblicke in den Beruf bzw. in Ihr Unternehmen. Auf diese Weise reduzieren Sie Hürden einer Bewerbung.
Schaffen Sie für Ihre potenziellen Azubis mehr Kontaktmöglichkeiten. Diese sollten sich unkompliziert und jederzeit informieren können. Geben Sie in allen Werbemitteln, Anzeigen und Artikeln eine Kontakttelefonnummer an, unter der Ihre Ansprechperson erreichbar ist. So nehmen Sie Hemmungen und überzeugen durch vielseitige Austauschmöglichkeiten.

Ein letzter Tipp:

Viele Auszubildende ziehen zu Beginn der Ausbildung einen Wechsel des Ausbildungsbetriebs in Betracht. Wenn Sie für das Ausbildungsjahr 2015 keinen Azubi finden konnten, ist das Ihre Chance. Nehmen Sie daher Kontakt zur Arbeitsagentur, zu Handwerkskammern, IHKs und Berufsschulen auf. So können Sie sich auch nach dem eigentlichen Ausbildungsbeginn um Auszubildende bemühen. Bieten Sie Wechselwilligen an, die Ausbildung in Ihrem Betrieb fortzuführen.

Mehr zum Thema Online-Recruiting finden Sie hier…

Autor: Günter Stein

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