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Ausbildungsmarketing
29.04.2018

Die 3 größten Risiken bei der Bewerberakquise über soziale Netzwerke

Junge Menschen, häufig als Generation Y und Generation Z bezeichnet, leben in sozialen Netzwerken. Sie haben das Smartphone stets vor Augen und oft nur noch einen eingeschränkten Blick für die Realität. Darauf müssen Sie sich einstellen, wenn Sie Ausbildungsmarketing betreiben. Das bedeutet: Sie müssen auch bestimmte Risiken, die mit der Online-Welt zusammenhängen, in Kauf nehmen.

Es ist nicht gerade billig, eine Anzeige in einer Tageszeitung, die eine hohe Reichweite hat, zu schalten. Heutzutage sind auch Stellenanzeigen im Internet kein Schnäppchen mehr. Gerade, wenn es um Ausbildungsplätze geht, ist es zweifelhaft, ob sich dieses finanzielle Engagement lohnt. Welcher Schulabgänger stöbert schon die Stellenbörsen im Internet durch? Und wer nimmt am Samstag oder Sonntag die Zeitung seiner Eltern in die Hand – auf der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz?

Soziale Netzwerke locken schon eher, um aktiv erfolgreiches Ausbildungsmarketing zu betreiben. Für wenig Geld versprechen sie eine hohe Reichweite. Dazu kann man als Ausbildungsunternehmen individuell auftreten und die eigene Ausbildung attraktiv darstellen. Aber: Es gibt auch Argumente, die gegen die Akquise von Azubis in sozialen Netzwerken sprechen.

Risiko 1: Das Rad wird überdreht

Vor einigen Jahren gab es eine Zeit, die mancherorts auch noch bis heute anhält, da wollten Ausbildungsbetriebe ganz besonders cool und jugendgerecht dastehen: Man komponierte einen Song bzw. einen Rap und gab diesen im Internet – vorzugsweise im eigenen YouTube-Kanal – zum Besten. Die Hauptakteure waren natürlich die eigenen Auszubildenden – was grundsätzlich eine gute Idee ist.

Allerdings muss bei einem solchen Vorhaben alles passen. Das gilt für die gewählte Musikrichtung, für den gesungenen Text und für die dazugehörigen Bilder. Rappende Azubis an ihrem Büroarbeitsplatz zu zeigen, hat noch niemanden überzeugt. Das hat – im Gegenteil – schon in mehreren Fällen zu einem Shitstorm geführt und dazu, dass die Betriebe die aufwendig produzierten Videos wieder aus dem Netz nehmen mussten. Hier wurde das Rad eindeutig überdreht.

Risiko 2: Es entsteht ein Shitstorm

Das Problem: Es wurde nicht nur unnötig Geld ausgegeben, sondern auch der eigene Ruf als Ausbildungsbetrieb beschädigt. Das Ausbildungsmarketing ging damit in die falsche Richtung. Dies ist grundsätzlich das Hauptrisiko bei der Einbeziehung sozialer Netzwerke in die Auszubildenden-Akquise. Ein Shitstorm kann sich verselbstständigen und vervielfachen. Links zu verunglückten YouTube-Videos, Azubi-Interviews und anderen (vermeintlichen) Lächerlichkeiten werden geteilt und damit unkontrollierbar verbreitet.

Noch etwas sollten Sie bedenken und als Risikofaktor einkalkulieren: Soziale Netzwerke sind ständig in Bewegung. So ist Facebook als Marktführer zwar nicht zu verachten, die Nutzerzahlen sind bei jungen Menschen jedoch schon rückläufig. Möglicherweise werden Snapchat und Periscope in Deutschland als Ausbildungsmarketing-Faktor an Bedeutung gewinnen. Allerdings kann niemand vorhersagen, in welche Richtung sich die einzelnen Social-Media-Plattformen entwickeln werden und ob sie mittel- und langfristig für Ihr Ausbildungsmarketing interessant sind. Beobachten Sie daher den Markt genau und fragen Sie auch Ihre Azubis.

 

Risiko 3: Das klassische Ausbildungsmarketing wird vergessen

Schon deshalb, weil Ausbildungsmarketing im Web 2.0 bei allen Erfolgsaussichten auch mit Unsicherheiten und Risiken behaftet ist, sollten Sie klassisches Ausbildungsmarketing weiterführen. Auch wenn Sie keine Anzeigen mehr in Zeitungen schalten, sollte Ihr Ausbildungsengagement über Ihre Website klar und attraktiv dargestellt werden.

Außerdem sollten Sie sich die klassischen Möglichkeiten, mit Schulabgängern Kontakt aufzunehmen, zunutze machen:

  1. regionale und überregionale Ausbildungsmessen, bei denen Sie auffällig in Erscheinung treten
  2. im Rahmen einer Veranstaltung in Ihrem Hause – zum Beispiel einem Tag der offenen Tür
  3. durch Ihr Sponsoring – beispielsweise einer Sportveranstaltung, bei der Sie für Nachfragen vor Ort sind und Flyer verteilen
  4. über Pressemitteilungen, die Sie an Ihnen bekannte und relevante Redaktionen schicken
  5. im Rahmen von Betriebsbesichtigungen und Schülerprojekten in Ihrem Hause
  6. mit der Realisierung von Schülerpraktika, die Sie gezielt berufsorientiert gestalten und für Ihre Akquise nutzen
  7. durch Werbung im Kino oder auch auf der Rückseite von Kinokarten
  8. für die Schulabgänger, die im Schulbus ihre Augen auch vom Smartphone weg nach oben bewegen, durch Werbeplakate in öffentlichen Verkehrsmitteln

Wie Sie stattdessen in sozialen Netzwerken für Ihren Ausbildungsbetrieb werben sollten, erfahren Sie hier!

 

Autor: Martin Glania

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