0228–9550120 ausbildernews@vnr.de
©Tiko - stock.adobe.com
Motivation
12.06.2018

Die 3 häufigsten Gründe für eine Ausbildungskrise

Eine Ausbildungskrise kann jeden ereilen – jeden Azubi und jeden Ausbildungsbetrieb. Eigentlich ist es sogar ziemlich wahrscheinlich, dass es im Laufe der Jahre irgendwann einmal kriselt. Für Sie als Ausbilder stellen Krisen Herausforderung und Chance zugleich dar. Als Ausbilder sind Sie nahe am Ausbildungsgeschehen und bekommen mit ziemlicher Sicherheit mit, wenn es beim Azubi kriselt. Dabei fällt auf, dass es immer wieder 3 Hauptursachen gibt, die Azubis aus der Bahn werfen. Welche das sind und wie Sie darauf reagieren, zeige ich Ihnen hier.

 

Natürlich müssen Sie keineswegs auf jeden kleinen „Durchhänger“ reagieren

Denn gerade bei guten Azubis, die für einige Wochen schwächeln, besteht kein Anlass, unmittelbar einzugreifen. In der Regel geht eine solche Phase ohne dramatische Folgen vorbei.

Ganz anders, wenn der Leistungsabfall drastisch ist: Dann ist es sogar Ihre Pflicht, etwas dafür zu tun, dass der Azubi wieder in die Spur kommt. Denn offenbar liegen Probleme vor, die sogar das Erreichen des Ausbildungsziels gefährden können. Machen Sie sich also an die Ursachenforschung. Denn nur, wenn Sie den Grund für den Leistungsabfall kennen, können Sie als Ausbilder auch adäquat reagieren.

Schritt 1: Laden Sie zum Gespräch

Bei ungewohnt schlechten Leistungen, die nicht mehr als kurzzeitige Ausrutscher bezeichnet werden können, sollten Sie ein Gespräch mit dem Azubi führen. Möglicherweise steht ein solcher Termin ohnehin an. Wenn nicht, dann ist es sicher angemessen, jetzt außerhalb der Reihe zu einem Gespräch einzuladen.

 

Schritt 2: Fragen Sie nach den Ursachen

Nehmen Sie im Gespräch Bezug auf die ehemals guten bzw. besseren Leistungen. Hierzu ist es unter Umständen erforderlich, dass Sie mit Ausbildern vorangegangener Ausbildungsabschnitte Rücksprache halten.

Verschweigen Sie dem Azubi nicht, dass Sie bzw. Ihre „Vorgänger“ damals mit ihm sehr zufrieden waren. Erwähnen Sie aber auch, dass aktuell ein Leistungsknick nicht zu übersehen ist; diesen würden Sie gern mit Ihrem Auszubildenden zusammen überwinden.

Fragen Sie daher konkret, was seiner Meinung nach zu den schlechteren Leistungen geführt hat. Geben Sie Impulse, z. B. Probleme mit Kollegen, schwacher Berufsschulunterricht oder soziale Probleme in Azubi- bzw. Kollegenkreisen.

Oft gelingt es auf diese Weise, der Ursache zumindest näherzukommen. Je nach Erfolg Ihres Gesprächs, dem auch Gespräche mit anderen an der Ausbildung Beteiligten, Kollegen und Lehrern folgen können bzw. sollten, verfahren Sie wie oben dargestellt.

Wie Sie eine Ausbildungskrise meistern, indem Sie mit Ihrem Azubi einen Vertrag abschließen, erfahren Sie hier.

Autor: Günter Stein

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Alltagstaugliche Motivationsspritzen für Ihre Azubis

Frage: Ich tue mich schwer damit, meinen Azubis Respekt und Wertschätzung für die geleistete Arbeit zu zollen, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Wie formuliere ich ein „Gut gemacht!“ noch motivierender? Antwort: Im Alltag Ihre... Weiterlesen

23.10.2017
Licht aus, Musik an: Wie Sie ein Festival zur Bühne Ihres neuen Azubi-Projekts machen

Veranstaltungen, bei denen viele junge Menschen auftauchen, sind ideal, um ein Azubi-Projekt publikumswirksam auf die Beine zu stellen. Selbstverständlich muss das Gesamtkonzept passen, und das Projekt darf die Veranstaltung,... Weiterlesen

23.10.2017
Der Schlichtungsausschuss: So funktioniert diese Anlaufstelle

Während der langen, normalerweise dreijährigen Ausbildung können Azubi und Ausbildender schon mal uneins sein und unterschiedliche Standpunkte beispielsweise über die Zumutbarkeit von Anweisungen und (fachlichen) Aufträgen... Weiterlesen