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Ausbildungsqualität
05.03.2019

Die 3 animierendsten Auflockerungsspiele

Auflockerungs-Spiele geben neue Energie, Es handelt sich dabei um Übungen, die nur kurze Zeit in Anspruch nehmen und keinen allzu gewichtigen Hintergrund haben. Trotzdem sind die meisten mit einem kleinen Lerneffekt oder Aha-Erlebnis für die Auszubildenden verbunden.

Ziel ist, einen kurzen „Break“ zu nehmen und neue Energie zu tanken. Die Spiele sind deshalb oft mit einer körperlichen Aktivität verbunden.

1. Spiel: Steinbock – Adler – Murmeltier

Es handelt sich um ein körperliches Auflockerungs-Spiel. Es ist besonders für Workshops geeignet, in denen es um die Themen „Fehler-Management“ und „Arbeitsqualität“ geht.

Alles zu Organisation und Ablauf

  • Anzahl der Teilnehmer: beliebig, aber maximal 20 Teilnehmer, da sonst jeder Einzelne zu wenig aktiv ist
  • Zeitbedarf: 5 bis 10 Minuten plus eventuell Reflexionszeit
  • Ablauf: Die Teilnehmer stellen sich in einen Kreis. Sie gehen in die Kreismitte und erklären: „Es gibt 3 Figuren, die jeweils von 3 Personen dargestellt werden: Steinbock, Adler, Murmeltier. Ich weise gleich auf einen Teilnehmer. Er ist die Mittelperson der Figur. Sein linker und rechter Nachbar ergänzen die Darstellung.“ Zeigen Sie anschließend selbst kurz, wie die Figuren dargestellt werden sollen.
Figur Mittlere Person Linker Mitspieler Rechter Mitspieler
Steinbock scharrt mit dem    Fuß linker Arm angewinkelt nach oben (linkes Horn) rechter Arm angewinkelt nach oben (rechtes Horn)
Adler stellt mit beiden Händen den Schnabel dar, ruft wie ein Adler stellen jeweils mit ihren Außenarmen die Schwingen des Adlers dar und machen leichte Flügelschlagbewegungen
Murmeltier Hände in Murmeltierhaltung, also wie 2 Pfötchen vor die Brust halten sucht das Murmeltier, also  hält mit einer Hand über den Augen Ausschau legt die Hand hinter das Ohr und horcht

 

Nachdem Sie die Figuren erklärt haben, machen Sie einen kurzen Probelauf mit allen Figuren. Dann wird es ernst: Wenn Sie jetzt auf einen Azubi zeigen und eine Figur dazu nennen, müssen immer 3 Auszubildende die entsprechende Figur darstellen. Macht jemand einen Fehler oder reagiert zu langsam, muss/darf er in die Mitte des Kreises und bestimmt die Figuren und Mitspieler. Derjenige, der vorher in der Kreismitte stand, nimmt den frei gewordenen Platz im Kreis ein. Der „Wünscher“ in der Mitte entscheidet über die „Fehler“, also wann ein Figuren-Team zu langsam reagiert hat oder wer in die Kreismitte geht, wenn 2 Azubis einen Fehler gemacht haben.

Reflexion: Primäres Ziel ist eine Auffrischung und Auflockerung.

Mögliche Auswertungsfragen:

  • „Wie ging es mir in der Mitte des Kreises?
  • „War das Bestimmen unangenehm oder angenehm?“
  • „Wie und warum versuchen wir, Fehler zu vermeiden?“
  • „Wie fühlen wir uns, wenn wir Fehler gemacht haben?“
  • „Was sind und was empfinden wir als Fehler?“

Mein Tipp: Haben die Azubis Spaß an dem Spiel und sind gut in den Reaktionen, können Sie noch andere Figuren spielen, z.B.:

  • einen Elefanten (die Mittelperson stellt den Rüssel dar, dazu Arme über Kreuz, eine Hand an die Nase fassen, anderen Arm nach unten fallen lassen; der linke und rechte Mitspieler stellen jeweils mit ihren Außenarmen die Ohren dar) oder
  • einen Mixer (die Mittelperson hält rechts und links ihre Hand über die Köpfe der Mitspieler, die sich beide drehen).

2. Spiel: Haus – Baum – Hund

Dieses Spiel ist ein Auflockerungs-Spiel für Zeichenkünstler. Es bietet sich besonders für Workshops mit den Themenschwerpunkten „Konflikt-Management“, „Team-Arbeit“, „Führung“ oder „Kommunikation“ an.

Alles zu Organisation und Ablauf

  • Anzahl der Teilnehmer: Da Sie 2er-Teams bilden, sollte es (mit Ihnen) eine gerade Anzahl Azubis sein. Ansonsten spielen Sie als Gruppenleiter diese Übung ausnahmsweise einmal nicht mit. Führen Sie die Reflexionsphase im Plenum durch, sind maximal 20 Teilnehmer optimal, da sonst jeder Einzelne zu wenig aktiv ist. Werten Sie die Übung in den 2er-Teams aus, ist die Gesamtgruppengröße unbedeutend.
  • Zeitbedarf: 10 bis 15 Minuten plus eventuelle Reflexionszeit
  • Material: Jedes 2er-Team erhält einen dicken Filzstift und ein Blatt Papier (DIN A3 oder A2, einfach herzustellen aus einem 1/4 Flipchart-Bogen). Darüber hinaus benötigen Sie eventuell Kreppband, um die Papierbögen nach der Übung aufzuhängen.
  • Ablauf: Jeweils 2 Auszubildende sitzen sich an einem Tisch gegenüber. Zwischen ihnen liegen Papier und Stift. Erläutern Sie die Aufgabe: „Ziel ist, dass Sie gemeinsam ein Bild malen, und zwar ein Haus, einen Baum und einen Hund. Das Entscheidende ist, dass Sie das Bild gemeinsam malen, das heißt den Stift gemeinsam anfassen, um zu zeichnen. Und es gibt noch eine Regel: schweigen! Das Bild ist ohne verbale Absprache zu erstellen. Auch vorher dürfen Sie sich nicht absprechen.“ Streng genommen sollten auch keine Signale wie Zwinkern, Kopfnicken oder Husten zum Einsatz kommen. Gelacht wird bei dieser Übung sicherlich. Jedes 2er-Team entscheidet selbst, wie auch immer, wann es mit dem Bild fertig ist.

Reflexion: Bei dieser Übung können Sie sehr schön das Thema „Führung und Konflikt“ diskutieren:

„Welche Figur war am schwersten oder am leichtesten zu zeichnen?“

Meist wird das Zeichnen des Hauses am einfachsten und konfliktfreiesten empfunden, während beim Zeichnen des Hundes die meisten Uneinigkeiten auftreten:

„Warum ist das so?“ Von einem Haus haben viele ähnliche Stereotype im Kopf. Hier hat man sich schnell geeinigt.

Beim Hund sieht das anders aus, die Vorstellungen sind sehr unterschiedlich. In einem Team treten Konflikte also dann auf, wenn die Vorstellungen auseinandergehen. Solange alle die gleichen Bilder im Kopf haben, ist Harmonie einfach herzustellen.

Weiterführende Reflexionsfragen:

  • „Wie gingen Sie mit den unterschiedlichen Vorstellungen um?“
  • „Nehmen Sie Spannungen und Konflikte wahr?“
  • „Wer führte wie und wann?“
  • „Dominierte jemand?“
  • „Wie erging es Ihnen in der aktiveren/passiveren Rolle?“
  • „Wurde um die Führungsrolle gerungen? Welche Auswirkungen hatte das auf das Arbeitsergebnis?“
  • „Wie wurden die Entscheidungen gefällt?“

 

3. Spiel: Schnipp und Klatsch

Hierbei handelt es sich um ein reines Bewegungs- und Auflockerungs-Spiel. Es ist sehr gut geeignet, um in einer müden Phase die Azubis wieder zu aktivieren. Die linke und die rechte Gehirnhälfte werden angeregt, was es perfekt für den Zeitpunkt nach einer Pause macht.

Alles zu Organisation und Ablauf

  • Zeitbedarf: 10 bis 15 Minuten plus eventuelle Reflexionszeit
  • Anzahl der Teilnehmer: beliebig. Optimal sind nicht mehr als 20 Teilnehmer, da sonst jeder Einzelne zu wenig aktiv ist.
  • Ablauf: Die Azubis sitzen in einem Stuhlkreis oder -halbkreis. Sie führen sofort ins Spiel hinein: „Die Übung besteht aus einem leichten körperlichen und einem leichten geistigen Teil. Wir üben erst einmal den körperlichen.“
  • Machen Sie den Ablauf einmal vor und üben Sie ihn dann gemeinsam mit allen: mit beiden Händen leicht auf die Oberschenkel klatschen, dann mit der rechten Hand schnippen, dann mit der linken Hand schnippen und dann wieder von vorn beginnen und mit beiden Händen auf die Schenkel schlagen. Das machen alle gemeinsam im selben Rhythmus. Nun ordnen Sie jedem aus der Gruppe eine Zahl zu (am besten, indem Sie einfach durchzählen).
  • Jetzt kommt der geistige Übungsteil hinzu: „Einer aus der Gruppe ist immer mit Ansagen dran. Beim ersten Schnippen sagt er seine eigene Zahl, beim 2. Schnippen eine beliebige Zahl eines Azubis hier im Kreis. Dieser ist nun mit Ansagen dran. Er nennt seine eigene Zahl und einen Nachfolger. Das Klatschen und Schnippen machen immer alle aus der Gruppe im gemeinsamen Rhythmus und lassen sich nicht herausbringen. Kommt jemand mit seinen Zahlen durcheinander, muss er selbst wieder hineinfinden.“

Reflexion: Das Schema scheint ganz einfach, hat es aber in sich.

Primäres Ziel ist die Aktivierung und Auflockerung. Darüber hinaus sind mögliche Auswertungsfragen:

  • „Wie war der Umgang mit Fehlern?“
  • „Wie fühlte ich mich, wenn ich einen Fehler gemacht hatte?“
  • „War ich eher locker oder angespannt und warum?“
Mein Tipp: Sehr gut geeignet sind diese Spiele nach der Mittagspause, wenn Ihre Azubis einen Schulungs oder Seminartag haben. Meist sind die Azubis nach dem Essen etwas müde. Die Müdigkeit ist nach so einem Spiel passé und die Aufmerksamkeit Ihrer Auszubildenden für die folgenden Inhalte wieder aktiviert.
Autor: Günter Stein

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